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Mads Pankow
22.
Juni

Technikphilosoph Mads Pankow: Mit diesen Themen schafft man’s zum Netzkongress

Mads Pankow beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und Digitalisierung. 2018 ist er bereits zum dritten Mal in Folge als Speaker dabei. Wie hat er das geschafft?

Mads Pankow

Mads, im letzten Jahr hast Du über menschliche und künstliche Kreativität gesprochen. Im Jahr zuvor über menschliches Denken und maschinelles Operieren. Wie bist du auf die Themen gekommen?

Ich habe mir angeguckt was ihr vorhabt für das jeweilige Jahr und habe dann ganz andere Ideen eingereicht (lacht). Nein, so ganz stimmt das nicht. Aber ich habe mir angeschaut, wer vielleicht schon zugesagt hat – ihr habt ja schon relativ früh einzelne Leute bestätigt. Und dann habe ich überlegt, ob ich mit den Sachen, die mich im Alltag oder auch beruflich sonst beschäftigen, da reinpasse und ob ich das vor allem unterhaltsam bereichern und einen Vortrag daraus machen kann.

 

Ich glaube, das ist der Anspruch vom Netzkongress: Dass man beides können sollte, Spaß machen und haben und gleichzeitig etwas interessantes Neues zu erzählen.

 

Du bist jetzt zwei Mal in Folge mit deinen Themen „reingekommen“. Was glaubst du, ist dein Erfolgsrezept? Hast du geknackt, worauf der Netzkongress steht?

Man muss schnell und gefährlich sein. Das habe ich dann versucht. Und ich war nur halb so schnell und ein Viertel so gefährlich. Aber das hat, glaube ich, gereicht. Es ist keine dieser Konferenzen, wo man dann ständig „Blockchain, Blockchain“ hört, obwohl das dieses Jahr vielleicht passieren könnte, mit dem neuen Thema „#cashtag“. Das sind ja alles sehr konkrete Themen, die junge Menschen vielleicht am Anfang ihres Berufslebens im Alltag in der Auseinandersetzung mit dem Internet erleben und die sie beschäftigen: Von Freiheit über Feminismus über Netzsperren über Youtube und so weiter und so fort.

Wie hast du als Speaker denn die Netzkongresse erlebt?

Mir hat die Atmosphäre im Volkstheater total gut gefallen. Es war bisher auch jedes Mal gutes Wetter. Alle hatten was Interessantes zu erzählen, ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Vor allem das Publikum hat mir viel Freude bereitet und da ist mir auch noch mal klar geworden, dass eine gute Konferenz vor allem davon abhängt, dass interessante und lustige Leute kommen, die sich wirklich für Themen interessieren. Und da kein Business machen wollen oder irgend so ein Quatsch verkaufen.

Wie unterscheidet sich das Publikum beim Netzkongress von den Leuten, vor denen du sonst vorträgst?

Ich glaube auf dem Netzkongress 2016 war das erste Mal, dass ich es ziemlich gut fand, dass Leute mitten in meinen Vortrag reingeredet haben. Ich war in einem relativ gedrängten Saal und dadurch, dass der Abstand zum Publikum so kurz war, haben die Leute einfach rein kommentiert in den Vortrag und es hat total gut funktioniert. Es war überhaupt nicht so vorgesehen. Das fand ich sehr angenehm. Das war fast wie so eine Seminar-Situation. Eigentlich fast irgendwie wie eine Diskussion im Freundeskreis. Das hat mir viel Spaß gemacht.

Text: Gregor Schmalzried