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Yvonne Hofstetter auf dem Zündfunk Netzkongress / Bild Matthias Kestel
26.
Okt

Yvonne Hofstetter: „Wir werden reduziert auf einen Datenhaufen“

Smartphones „vergrößern“ uns, und machen uns gleichzeitig auch „kleiner“, sagt Yvonne Hofstetter. Wir werden reduziert auf einen Datenhaufen. Yvonne Hofstetter, Münchner Autorin, Juristin und Big Data-Unternehmerin über Digitale Technologien und Kapitalismus.

Yvonne Hofstetter, die bereits ihr siebtes Start-Up gegründet hat, erzählt erst einmal, dass sie kein Smartphone besitzt. Sie nutzt ein altmodisches Mobiltelefon – auch wenn es, zugegebenermaßen, immer schwieriger wird, ohne Smartphone zu leben. Smartphones „vergrößern“ uns, machen uns aber gleichzeitig auch „kleiner“ – wir werden reduziert auf einen Datenhaufen, sagt Hofstetter. Der Mensch ist in diesem Verständnis nur das, was an ihm messbar ist. Was aber genauso zu ihm gehört, Selbstbewusstsein und Bewusstsein beispielsweise, ist nicht fassbar.

Künstliche Intelligenz und Big Data seien vor allem interessant, um damit Geld zu verdienen. Die USA seien führend bei der Digitalisierung und die amerikanische DNA in all ihren Produkten verwoben. Liberty, der Inbegriff Amerikas, bedeutet: Der Staat muss sich raushalten, er darf nicht regulieren. Diese Einstellung widerspricht dem europäischen Verfassungsverständnis und der Idee der sozialen Marktwirtschaft. Das nennt Hofstetter den „transatlantic clash“.

Yvonne Hofstetter wünscht sich eine europäische Grundrechte-sichere digitale Infrastruktur und Wirtschaft mit:

  • einer Digitalstrategie, die die Staaten vorlegen müssen.
  • einer Gründerkultur, die auch eine Kultur des Scheiterns pflegt.
  • einer Forschung (bzw. ForscherInnen, GründerInnen) mit Gewissen.